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Kunstraum Alexander BürkleKatrin Herzner

Adresse

Robert-Bunsen-Straße 5
79108 Freiburg

Di–Fr 11–17 Uhr 
So+Feiertags 11–17 Uhr

Eintritt frei

Katrin Herzner

Katrin Herzner versteht ihre künstlerische Arbeit grundsätzlich als Prozess, der durchaus über einen längeren Zeitraum anhalten kann. Im Wesen ihrer Arbeit spiegelt sich so ein nomadisches Denken und  Handeln wieder, das wiederum ihren Werkbegriff entscheidend prägt. Beispielhaft ist die Arbeit mit dem Titel „Eine Decke machen“, die aus einem Webstuhl besteht, der aus einer Vielzahl von Fundstücken von Herzner zusammengebaut wurde. Die Produktion ist mit dem Beginn einer Ausstellung keineswegs abgeschlossen, sondern wird vor Ort (ganz im Sinne eines „work in progress“)  fortgesetzt. Das heißt, daß nicht nur das Ergebnis – eine gewebte Wolldecke – einem Bild entsprechend an die Wand im Ausstellungsraum gehängt, präsentiert wird. Entscheidend ist die Darstellung des gesamten Arbeitsprozesses, der zu diesem Objekt führt. Visualisiert und thematisiert wird die materielle Entstehung eines künstlerischen Werkes als etwas Prozeßhaftes, das damit niemals wirklich abgeschlossen ist. Neben dem bewusst temporären Charakter dieser Kunst ist ein weiteres Merkmal ihre mobile Grundstruktur. Die Installation ist an keinen bestimmten Ort gebunden und scheint keine besonderen räumlichen Voraussetzungen zu benötigen, um präsentiert werden zu können. Im Gegenteil: Sie trägt unwillkürlich dazu bei, dass der in Anspruch genommene Raum, in diesem Fall einer Kunstinstitution, umfunktioniert wird. Herzner bewegt sich damit im Kontext anderer künstlerischer Praktiken, die seit den 1990er Jahren den sogenannten White cube zu einem sozialen Raum erweitern, in dem dort keine von Künstlern gefertigten oder ausgewählten materiellen Objekte gezeigt werden, sondern vielmehr anhaltende Prozesse und Beziehungen visualisiert und dadurch ausgestellt werden.

1979 in Düsseldorf geboren.