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Kunstraum Alexander BürkleAusstellung

Adresse

Robert-Bunsen-Straße 5
79108 Freiburg

Di–Fr 11–17 Uhr 
So+Feiertags 11–17 Uhr

Eintritt frei

Raumwechsel 9

9. September 2007 – 17. Februar 2008

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Für Bernhard Härtter, Kirstin Arndt bei VG Bild-Kunst, Bonn 2014.

Zum 9. Raumwechsel wurde außer den schon lange in der Sammlung Rosskopf vertretenen Künstlern – Joachim Bandau, Johannes Geccelli, Bernhard Härtter und Peter Tollens – Kirstin Arndt dazu eingeladen, im Dialog zur Sammlung eine installative Raumarbeit zu entwickeln. 

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Mit Johannes Geccelli (*1925) und Peter Tollens (*1954) waren zwei Maler in der Ausstellung vertreten, die mit den traditionellen Materialien eines Malers, also Keilrahmen, Leinwand, Acryl- bzw. Ölfarbe und Pinsel arbeiten. Sie bewegen sich beide im Grenzbereich der Monochromen Malerei wie der Farbfeldmalerei. Johannes Geccelli entwickelt mit vertikal gesetzten Pinselstrichen autonome Farbkörper, die sich oft in der Mitte des Bildes zu verdichten scheinen. In der zentralen Bildachse werden die sich zum Teil chromatisch entwickelnden Farbverläufe durch Unterbrechungen, die Geccelli selbst als Spalt, Riß oder Schnitt bezeichnet, als räumliche Gebilde begreifbar. Auch bei Peter Tollens spielt die räumliche Präsenz seiner Bilder, die zum Teil auch als Farbreliefs bezeichnet werden, eine große Rolle. Auf unterschiedlichsten Formaten wird die Ölfarbe ohne Trockenpausen in Schichten aufgetragen, so dass Vermischungen und Vermalungen auf der Leinwand entstehen. Während bei Geccelli Farbwahl und Farbauftrag von einem nüchternen, ja nahezu technischen Verfahren bestimmt ist, führen bei Peter Tollens Intuition und Erfahrung zu Farbentscheidungen. Das Sichtbarmachen und Verbergen von Malerei und dem, was ein Bild im konkret-materiellen wie im übertragenen Sinn ausmacht, zieht sich als ein Leitmotiv durch die künstlerische Arbeit von Bernhard Härtter (*1962). Dabei wird der Entstehungsprozess eines Bildes genauso thematisiert wie der Raum, in dem sich dieses befindet, und die Rolle des Künstlers als Urheber seiner Arbeiten. Die Installation im Kunstraum Alexander Bürkle bestand aus über 1000 kleinen, mit sich überlagernden Kreisringen bemalten Aluminiumtafeln. Jede Aluminiumtafel steht als Einzelbild für sich, kann aber auch im Zusammenhang mit den anderen Tafeln als größere Bildeinheit oder als Teil einer Rauminstallation betrachtet werden. Kirstin Arndt (*1961) arbeitete in ihren Rauminstallationen mit ganz alltäglichen Materialien wie Absperrbändern, Seilen, Drähten, Handtüchern, Leuchtstofflampen oder Holzpaletten. Diese Materialien behalten – auch wenn sie in einen Kunstkontext überführt werden – ihren Eigenwert, d.h. sie bleiben in Bezug auf ihre materiellen Eigenschaften wie Farbigkeit, Oberflächenbeschaffenheit intakt. Die Verfremdung der Objekte erfolgt bei Kirstin Arndt dadurch, dass die Werkstoffe ihrer ursprünglichen Funktion enthoben und einer neuen, manchmal befremdlichen Funktion zugeführt werden. Die jeweiligen Materialeigenschaften nutzend werden mit übereinander gestapelten Paletten und Kartons, gebogenen Aluminiumplatten, Plastikplanen und Schnüren fragile Balancen geschaffen, die von der Veränderbarkeit des Raumes erzählen. Der Bildhauer Joachim Bandau (*1936) war mit einer frühen Skulptur (1970) sowie mit großformatigen schwarz-gelben Aquarellen vertreten. Die Aquarelle sind seit 1983 eine eigenständige Werkgruppe im Oeuvre des Künstlers. Mit breiten, japanischen Haarpinseln trägt Joachim Bandau die Farbe lasierend in Flächen auf. Linien ergeben sich erst als Begrenzungen dieser Farbflächen und Volumen entsteht durch das Übereinanderschichten derselben.

Mehr als 800 Bücher beherbergt die Sammlung Missmahl, die in den 1960er Jahren beginnt und sich schwerpunktmäßig mit dem Buch als autonomer künstlerischer Ausdrucksform beschäftigt. Fluxus, Happening, Konzeptkunst, Konkrete Poesie bis hin zu aktuellen Positionen der Gegenwartskunst sind in den Buchobjekten, den illustrierten Büchern, Maler- und Künstlerbüchern präsent. In der Ausstellungsreihe <Sammlungen zu Gast> zeigten wir in zwei Räumen Arbeiten von Carl Andre, Stephan Baumkötter, Joseph Beuys, Heiner Binding, Bernhard Joh. Blume, Daniel Buren, James Lee Byars, Lutz Fritsch, Georg Herold, Thomas Kaminsky, Paul McCarthy/Jason Rhoades, Horst Münch, Maurizio Nannucci, Dieter Roth, David Shrigley, Peter Tollens, Richard Tuttle, Wolf Vostell, Lawrence Weiner und Beat Zoderer.

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Für Bernhard Härtter, Kirstin Arndt bei VG Bild-Kunst, Bonn 2014.