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Kunstraum Alexander BürkleAusstellung

Adresse

Robert-Bunsen-Straße 5
79108 Freiburg

Di–Fr 11–17 Uhr 
So+Feiertags 11–17 Uhr

Eintritt frei

Raumwechsel 5

12. März 2006 – 18. Juni 2006

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Für Sol LeWitt, Richard Long, Anne Sterzbach bei VG Bild-Kunst, Bonn 2014.

Mit Reto Boller (*1966) und Anne Sterzbach (*1969), wurden zum 5. Raumwechsel, neben den schon länger in der Sammlung Rosskopf vertretenen Künstlern Alfons Lachauer (*1944), Thomas Müller (*1959) und Antonio Scaccabarozzi (*1936) zwei jüngere Positionen eingeladen, um im Dialog dazu Arbeiten zu realisieren. 

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In seinem 2005 entstandenen „Arezzo Zyklus“ setzt der Maler Alfons Lachauer seine Befragung nach den Wechselwirkungen von geometrischer Form und monochromer Farbfläche fort. Bei einer Malerei, die vermeintlich nichts außer Farbe darstellt, führt die außerordentlich dichte, farbkonsistente Oberflächenbehandlung zu einer körperhaften Qualität der Farbtafeln, die so auch zu Ausdrucks- oder Empfindungsträgern werden.

Möglichkeiten der Malerei befragen sowohl der Italiener Scaccabarozzi als auch der Schweizer Boller. Scaccabarozzis’ Einzelbilder setzen sich zwar aus verschiedenen Farbschichten zusammen, die allerdings nicht auf einen klassischen Träger gemalt wurden, sondern aus einer Vielzahl von Polyäthylenlagen bestehen. Frei vor der Wand hängend, entfalten sie in einer ganz eigenen künstlichen Fragilität sowohl farbliche als auch materielle Wirkungen.
Nicht nur auf der Wand, sondern im gesamten Ausstellungsraum dehnt sich dagegen die Arbeit von Reto Boller aus. In der eigens für den Kunstraum erarbeiteten, stark körperbezogenen Installation ergießt sich die Farbe förmlich, in Form einer Klebefolie, entlang der Wand bis über den Boden. Gleichzeitig Bild und Installation, lässt sich Farbe in einem spannungsreichen Wechselspiel von Zwei- und Dreidimensionalität erfahren.
Ebenfalls am Übergang zwischen Raum und Fläche bewegen sich die als minimalistisch streng beschriebenen Objekte von Anne Sterzbach. Aus alltäglichen Materialien wie Schnüren, Stoffstücken, Spießchen oder Trinkhalmen bestehend, erobern sie im Sinne einer Installation den gesamten Raum und stellen gleichzeitig materialisierte, farbliche Setzungen bildhaft dar.
Eine substantielle Erweiterung der Gattung Zeichnung kann man im Werk des Stuttgarters Thomas Müller erkennen. Er erarbeitet in verschiedenen Formaten eine Typologie von Zeichen, die keine Entsprechung in der Wirklichkeit suchen, sondern als autonome abstrakte Formen ihre eigene Wesenhaftigkeit zu entwickeln und zu variieren wissen.

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Für Sol LeWitt, Richard Long, Anne Sterzbach bei VG Bild-Kunst, Bonn 2014.