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Kunstraum Alexander BürkleAusstellung

Adresse

Robert-Bunsen-Straße 5
79108 Freiburg

Di–Fr 11–17 Uhr 
So+Feiertags 11–17 Uhr

Eintritt frei

Raumwechsel 10

2. März 2008 – 15. Juni 2008

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Für Frank Badur, Rupprecht Geiger, Raimund Girke bei VG Bild-Kunst, Bonn 2014.

Im vierten Jahr nach der Eröffnung des Kunstraumes Alexander Bürkle wurden die Ausstellungsräume bereits zum zehnten Mal neu bespielt. Anlässlich des 100. Geburtstages von Rupprecht Geiger wurden zwei der Räume den Gemälden und Papierarbeiten des Künstlers aus der Sammlung Rosskopf gewidmet. Rupprecht Geiger (*1908) bezeichnete die „Farbe als Grundelement seiner Malerei“. 

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Seit mehr als 60 Jahren entwickelte der gelernte Architekt sein malerisches Oeuvre, in welchem die Erkundung der materiellen Eigenschaften von Farbe sowie des monochromen Farbraums eine wesentliche Rolle spielten. Seine frühen Arbeiten sind geprägt von unregelmäßigen geometrischen wie amorphen Formen und chromatischen Farbverläufen. Eine ab den 1960er Jahren einsetzende Reduktion in Farb- und Formwahl führte Geiger schließlich zu der prägnanten Form, dem Queroval, das für Geiger optimaler Ausdruck für die Ausdehnung seiner Farben war. In seinem weiteren Schaffen wird immer mehr die Erscheinung und Leuchtkraft der Farbe, insbesondere des Farbtons Rot, sein Symbolwert und Thema. Rupprecht Geiger experimentierte bis zu seinem Lebensende (6. Dezember 2009) mit dem Farbauftrag, dem Einsatz unterschiedlicher Malmaterialien und Bildformate. Im Kunstraum waren Gemälde aus den Jahren 1973 bis 1990, Zeichnungen und druckgraphische Arbeiten zu sehen. Mit den Arbeiten von Alfonso Hüppi, die sich in unterschiedlichen Medien mit dem Gedichtszyklus des persischen Dichters Hafis auseinandersetzen, und den Papierarbeiten von Frank Badur (*1944) waren zwei weitere Positionen aus der Sammlung Rosskopf zu sehen. Für Alfonso Hüppi (*1935) ist das Erkunden fremder Kulturkreise ein wichtiges Moment seines künstlerischen Schaffens. In den im Kunstraum gezeigten Arbeiten nimmt Hüppi den Gedichtszyklus des persischen Dichters Hafis und dessen Rezeption durch Johann Wolfgang von Goethe zum Anlass, sich formal wie inhaltlich mit dem orientalischen Kulturkreis zu beschäftigen. Auch wenn in den gezeigten Zeichnungen, Drucken und Holzobjekten figurative Elemente und gegenständliche Bezüge erhalten bleiben, so geht es in seinen Arbeiten vor allem auch darum Form, Farbe, Linie und Fläche in immer wieder neue Beziehungen zueinander und zu verschiedenen Trägermaterialien zu setzen. Die monochromen Bilder von Tom Benson (*1963) und die Videoarbeiten von Antoanetta Marinov erweiterten und ergänzten den Rahmen der Ausstellung. In ihren Rauminstallationen, Fotografien, Objekten und Videoarbeiten beschäftigt sich die italienische Künstlerin Antoanetta Marinov (*1971) mit den Faktoren, die zur Entstehung eines Kunstwerkes beitragen: So auch in ihren Videoarbeiten, die in dieser Ausstellung schwerpunktmäßig gezeigt wurden. Marinov läßt in diesen auf der Bildschirmoberfläche Bilder entstehen, welche von den Bedingungen ihrer Genese erzählen: Von der Handschrift des Autors, vom Zufall als ideengebendes Moment und von der Zeit, in denen diese Arbeiten entstanden sind.

In der Reihe <Sammlungen zu Gast> waren Arbeiten von Raimund Girke (*1930) aus den 1980ern und Thomas Kaminsky (*1945) aus den 1970ern und 1980ern zu sehen. Die Farbe Weiß – zumeist buntfarbig instrumentiert – und ihre Wirkung ist Hauptthema der Malerei Raimund Girkes. In den für Girke typischen zeilen- oder schriftartigen Strukturen entwickelt sich die Farbe auf der Leinwand. Das Bild entsteht bei Girke nicht in Abhängigkeit von einem Bildzentrum, sondern aus einem Nebeneinander gleichwertiger Teile. Auch Thomas Kaminsky beschäftigt sich in seiner Malerei, die ohne Gegenstandsbezug bleibt, mit Ordnungssystemen auf der zweidimensionalen Bildfläche. Seine Arbeiten, die sich im Grenzbereich Malerei und Zeichnung befinden, bestehen oftmals aus mehreren übereinandergelegten Strukturen in Mischtechnik aus Silberstift und Ölfarbe.

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Für Frank Badur, Rupprecht Geiger, Raimund Girke bei VG Bild-Kunst, Bonn 2014.