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Kunstraum Alexander BürkleAusstellung

Adresse

Robert-Bunsen-Straße 5
79108 Freiburg

Di–Fr 11–17 Uhr 
So+Feiertags 11–17 Uhr

Eintritt frei

Projektion-Illusion

11. Juli 2010 – 19. September 2010

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Für Werner Haypeter, Stefanie Lampert bei VG Bild-Kunst, Bonn 2014.

In der Gruppenausstellung “Projektion – Illusion“ wurden Video- und Lichtinstallationen gezeigt, sowie Fotografien, die sich mit den von Projektion und Illusion geprägten Wahrnehmungsvorgängen auseinander setzen oder sich diese bewusst zu Nutze machen. Damit einher ging immer auch eine Infragestellung bestehender Gattungsgrenzen und allgemein gültiger Definitionen.
Gemeinsam war den präsentierten Werken die Nutzung verschiedener Projektions- und Reproduktionsmedien der Bilderzeugung, die als solche Fragen nach Präsentation und Repräsentation formulierten.

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Die Installation „Ollie“ von James Turrell (*1943, USA) täuscht die Existenz eines in die Wand eingelassenen Fernsehapparates vor, der Lichtbilder produziert. Tatsächlich handelt es sich lediglich um eine Aussparung in der Wandfläche, die den Blick freigibt auf die Rückwand der Installation. Auf dieser generiert ein Fernsehapparat ein Lichtspiel, der außerhalb des Sichtfeldes des Betrachters, hinter der eingezogenen Wand, auf dem Boden steht und den Film „Für eine Handvoll Dollar“ mit Clint Eastwood zeigt. Durch die Form der Präsentation wird der Hollywoodstreifen auf ein bewegtes Lichtspiel reduziert, dessen Farbigkeit an keine Bildgrenzen mehr gebunden ist.

Stefanie Lampert (*1966, D) und Werner Haypeter (*1955, D) haben durch den Einsatz von Licht die Malerei in den Raum hinein geöffnet. Sowohl die Lichtprojektion von Stefanie Lampert als auch jene von Werner Haypeter funktionieren durch die Belichtung farbiger Lichtplatten. Lampert projiziert mit Hilfe zweier Projektoren verschieden farbige, monochrome Dias auf die Wandfläche, wo sie sich zu Farblichtbildern formieren, die sich stellenweise überlagern. Dagegen bleibt die Projektion bei Haypeters “ Lichtfeld“ eine Illusion. Er hat handbemalte Glastafeln zu Blöcken zusammengefügt, die als solche wiederum über einer Lichtquelle aufgebracht sind. Die Technik, die ähnlich wie ein Diaprojektor aufgebaut ist, generiert keine farbigen Lichtbilder auf der Architektur, sie dient allein der räumlichen Entfaltung der Hinterglasmalerei.

Die auf die Wandfläche projizierten Linienbilder von Takehito Koganezawa (*1974, J) stellen die allgemeingültigen Eigenschaften von Linien in Frage und überführen diese in eine neue zeitliche und räumliche Dimension. Die animierten Handzeichnungen erwecken den Eindruck einer sich stets im Prozeß befindlichen Zeichnung, die keine materiellen Farbspuren hinterlässt und sich ohne Anfang und Ende ständig neu generiert.

Egill Sæbjörnsson (*1973, IS) hat sich nach einem erfolgreichen Debüt als Musiker wieder der Videokunst zugewandt und diese in neue Wirkungsräume überführt: Mit Hilfe eines rotierenden Hasendraht-Objekts gelingt es dem Künstler, eine ursprünglich flächig angelegte Videoanimation dreidimensional in den Raum zu projizieren. Mit Abstand betrachtet kann das Auge die Drahtstruktur des Objekts nicht mehr wahrnehmen, so dass der Eindruck entsteht, das Video würde sich auf wundersame Weise dreidimensional im Raum abspielen.

Auch die digitalen Fotografien Michael Reischs (*1964, D) beinhalten ein illusionistisches Moment. Während die Fotografie einst als Zeugnis für Wahrheit galt und ihr außerbildlicher Bezug außer Frage stand, ist im digitalen Zeitalter nur noch die Illusion fotografischer Authentizität geblieben. Diese erlaubt es dem Künstler digitale Bildkonstrukte zu kreieren, die als Collage einer in der Realität vorgefundenen Landschaft, ihre Künstlichkeit nicht auf den ersten Blick offenbaren und auf diese Weise Fragen nach dem Wahrheitsgehalt digital generierter Lichtbilder formulieren.

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Für Werner Haypeter, Stefanie Lampert bei VG Bild-Kunst, Bonn 2014.