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Kunstraum Alexander BürkleAusstellung

Adresse

Robert-Bunsen-Straße 5
79108 Freiburg

Di–Fr 11–17 Uhr 
So+Feiertags 11–17 Uhr

Eintritt frei

Medium Papier

21. März 2010 – 20. Juni 2010

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Für Thomas Müller, Adrian Schiess bei VG Bild-Kunst, Bonn 2014.

Diese Gruppenausstellung im Kunstraum Alexander Bürkle befasste sich mit dem Medium Papier und seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen in der Zeitgenössischen Kunst. Präsentiert wurden Papierarbeiten aus den Sammlungsbeständen, die beispielhaft unterschiedliche Herangehensweisen an ein Material aufzeigten, welches seit jeher ein elementarer Bestandteil der künstlerischen Arbeit war, auch wenn es lange Zeit ein Schattendasein als Bildträger für Studien oder Vorzeichnungen fristete.

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In der Kunst der Gegenwart behauptet sich Papier autonom gegenüber anderen Materialien.
Sei es im traditionellen Sinn als Bildträger für Zeichnungen, Aquarelle und Druckgraphik oder für Farbstudien aus pastos oder lasierend aufgetragenen Ölfarben. Als Trägermaterial werden sowohl klassische kleinere Formate als auch Großformate gewählt, die nicht nur in industriell gefertigten blanko Bögen verwendet werden, sondern auch in Formen, deren jeweilige Zweckbestimmung ablesbar bleibt. So verwendet Susanne Roth beispielsweise kariertes Papier, welches wir aus dem alltäglichen Gebrauch kennen oder auch Trennpapiere wie man sie in Zigarrenboxen findet. Im Rahmen der künstlerischen Arbeit wird Papier bemalt, bedruckt und aquarelliert, es wird aber auch gefaltet, gerissen, geknüllt, zerkleinert oder geschnitten.

Damit einher geht immer auch die Befragung der Gattungsgrenzen. So versteht Katharina Hinsberg ihre Papierarbeiten beispielsweise als Zeichnungen, obwohl sie keine Linien mit dem Bleistift auf Papier aufträgt, sondern diese, durch bewusst gesetzte Schnitte in dem Papierbogen entstehen lässt. Papier wird aber auch als Material verwendet, um Collagen zu erstellen oder plastische Objekte zu kreieren:
Leo Erb verwendete für seine Materialbilder immer wieder auch Papier, welches sich aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften ganz besonders gut für die Verarbeitung in Kombination mit anderen Materialien eignet. Je nach Qualität und Technik der Bearbeitung zeigt Papier eine ebenso fragile wie stabile, vergängliche wie dauerhafte, flexible oder widerständige Charakteristik. Durch die Bandbreite künstlerischer Eingriffe wird die unverwechselbare Ästhetik des Materials hervorgehoben und bietet uns, als Betrachter, die Möglichkeit, ein Material, welches unsere Kultur seit jeher als Bild- und Schriftträger geprägt hat, in bewusster Form wahrzunehmen.

Künstlerliste: Frank Badur (D, *1944), Joachim Bandau (D, *1936), Rudolf de Crignis (CH, 1948-2006), Leo Erb (D, *1923), Dan Flavin (USA, 1933-1996), Werner Haypeter (D, *1955), Katharina Hinsberg (D, *1967), Schirin Kretschmann (D, *1980), Bernd Minnich (D, 1941-1993), Thomas Müller (D, *1959), Freya Richter (D,*1975), Fred Sandback (USA, 1943-2003), Adrian Schiess (CH, *1959), Phil Sims (USA, *1940), Anne Sterzbach (D, *1969), Peter Tollens (D, 1954*), Richard Tuttle (USA, *1941). Zu Gast in der Sammlung: Susanne Roth (D, *1973). In Raum 1: Manuskriptbilder, Künstlerbücher und ein Radierzyklus von Christoph Meckel.

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Für Thomas Müller, Adrian Schiess bei VG Bild-Kunst, Bonn 2014.