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Kunstraum Alexander BürkleAusstellung

Adresse

Robert-Bunsen-Straße 5
79108 Freiburg

Di–Fr 11–17 Uhr 
So+Feiertags 11–17 Uhr

Eintritt frei

Zur Kontingenz der Linie

26. Oktober 2008 – 1. März 2009

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Für Katharina Hinsberg, Dirk Rathke bei VG Bild-Kunst, Bonn 2014.

Mit der letzten Ausstellung des Jahres 2008 näherte sich der Kunstraum Alexander Bürkle der Linie als konstituierender und wesenhafter Größe der Zeichnung an. Dabei wurden die Sammlungsbestände zum ersten Mal im Rahmen einer thematischen Ausstellung mit nicht in der Sammlung vertretenen Positionen wie Carola Bark, Stephan Baumkötter, Christian Herdeg oder Katharina Hinsberg konfrontiert.

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Die Tatsache, daß sich aufgrund andersartiger Erscheinungsformen der traditionellen Gattung der Zeichnung in den letzten Jahren ein anhaltender Diskurs über deren neue Bedeutung entspannt hat, diente bei dieser Schau als Ausgangspunkt. Die lineare Setzung, eine der intimsten und gleichzeitig expressivsten Möglichkeiten sich künstlerisch zu orientieren und gestalterisch zu verwirklichen, gilt schon lange als direkte und unmittelbare Form auf der Fläche. In der Geschichte sowohl mit der Skulptur als auch der Malerei verbunden, wird in der Gegenwart nun weder ein formaler noch konzeptioneller Unterschied zwischen einem Gemälde und einer Zeichnung gemacht (Baumkötter, de Crignis, Wittner). Nicht mehr länger ausschließlich vor-bildlicher Ideengeber, hat sich die autonome, abstrahierte Linie in jüngster Zeit mehr und mehr aber vom Raum des Papiers gelöst. Als Zeichnung direkt auf der Wand des Ausstellungsraumes (Rathke), im Raum selbst (Hinsberg, Richter) oder unmittelbar im öffentlichen Raum (Bark). Schließlich manifestiert die Linie sich auch in anderen, auf den ersten Blick vielleicht untypischen Materialien zeichenhaft (Sterzbach, Herdeg). Vor dem Hintergrund eines weitgehend hierarchiefreien Medienpluralismus muss die Zeichnung daher sowohl gattungsübergreifend als auch selbstreflexiv gedeutet werden. Entsprechend dient der für den Ausstellungstitel gewählte Begriff der Kontingenz als Verweis auf einen (Bedeutungs-) Raum, innerhalb dessen speziell die Führung der Linie weder notwendig noch unmöglich ist.

Künstlerliste:

Carola Bark (D, *1965), Stephan Baumkötter (D, *1958), Max Cole (USA, *1937), Rudolf de Crignis (CH, 1948-2006), Christian Herdeg (CH, *1942), Katharina Hinsberg (D, *1967), Norbert Kricke (D, 1922-1984), Thomas Müller (D, *1959), Dirk Rathke (D, *1968), Freya Richter (D, *1975), Fred Sandback (USA, 1943-2003), Anne Sterzbach (D, *1969), Gerhard Wittner (D, 1926-1998), Isabel Zuber (D, *1962).

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Für Katharina Hinsberg, Dirk Rathke bei VG Bild-Kunst, Bonn 2014.