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Kunstraum Alexander BürkleAusstellung

Adresse

Robert-Bunsen-Straße 5
79108 Freiburg

Di–Fr 11–17 Uhr 
So+Feiertags 11–17 Uhr

Eintritt frei

All from America II

15. April 2007 – 19. August 2007

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern.

Auch im zweiten Teil der Ausstellung <All from America> wurden aus der Sammlung des Kunstraums Alexander Bürkle ausschließlich amerikanische Künstler oder solche, die seit langer Zeit in den USA leben, präsentiert. Weiterhin stand auch dieses Mal die Sichtbarkeit der Realität von Material und seiner Bearbeitung im Mittelpunkt, allerdings öffnete sich das Bild in diesem Zusammenhang immer mehr dem Raum.

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Neben Josef Albers (1888-1976), Joseph Marioni (*1943) und Russell Maltz (*1952), wurden dabei erstmals in Freiburg auch Arbeiten von Fred Sandback (1943- 2003) und Olivier Mosset (*1933) gezeigt. Darüber hinaus wurde aus Anlass des plötzlichen Todes Ende 2006 von Rudolf de Crignis die Installation der grauen Bilder weiter ausgestellt sowie durch eine Präsentation der blauen Bilder aus der Sammlung erweitert. Die Suche nach Formen bildhafter Wahrheit treibt sowohl Joseph Marioni als auch Oliver Mosset an. In den Arbeiten Marionis’, der wie schon Marcia Hafif und Phil Sims zu den Hauptvertretern des so genannten Radical Paintings gehört, fließen die verschiedenen Farbschichten vom oberen zum unteren Bildrand übereinander, so daß das Gemälde selbst zum Ort des Erlebnisses wird. Zugang zu dessen Bedeutung eröffnet sich dann in der spezifisch intensiven Farbwahrnehmung dank der konkreten Materialität der Farbe als körperlicher Substanz. Auch Mossets’ Bilder gründen sich bewusst auf materiellen Gegebenheiten eines Gemäldes. Allerdings dient bei ihm der Auftrag von Farbe auf einer Leinwand, unabhängig von Ausdrucks- und Wahrnehmungswert, einer prinzipiellen Untersuchung historisch-gesellschaftlich bedingter Rezeptionsbedingungen von Malerei. Im Zusammenhang mit einer Malerei, die keine abbildende Repräsentation sucht, sondern vielmehr die direkte Erfahrung ermöglicht, erscheinen schließlich auch raumgreifende Arbeiten sinnstiftend, wenn sie die Eigentümlichkeit der verwendeten Materialien nicht verleugnen. So waren neben neueren Arbeiten von Russell Maltz, erstmals in Freiburg von Fred Sandback Rauminstallationen und Papierarbeiten in insgesamt zwei Ausstellungsräumen zu sehen. Maltz’ Arbeiten konfrontieren den Betrachter mit einem Spannungsverhältnis zwischen Malerei, Skulptur und Rauminstallation. Diese dadurch resultierende Unmöglichkeit einer eindeutigen Zuordnung macht den Betrachter auf die prinzipielle künstlerische Auseinandersetzung mit Räumlichkeit in Verbindung mit Farbe und Träger aufmerksam. Auch im Werk von Fred Sandback ist der Raum von elementarer Bedeutung. Seine real-minimalistischen Skulpturen aus farbigen Acrylgarnen bauen dort besondere Spannungen auf, so daß bereits vorhandene Konstanten wie Decke, Boden und Wand in eine andere Ordnung überführt werden. Die aus gespannten Linien entstehenden Flächen und Volumen erfasst und erschließt der Betrachter wiederum durch seine eigenen Bewegungen im (Ausstellungs)Raum. Entscheidend bleibt bei allen, daß es mittels einer äußerst reduzierten Form, die sowohl ein Gemälde als auch eine Skulptur sein kann, um das Bild selbst geht, und um das, was sich durch die elementaren Bestandteile im Bild manifestiert.

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© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern.