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Kunstraum Alexander BürkleAusstellung

Adresse

Robert-Bunsen-Straße 5
79108 Freiburg

Di–Fr 11–17 Uhr 
So+Feiertags 11–17 Uhr

Eintritt frei

All from America I

22. Oktober 2006 – 25. März 2007

© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern.

Eine seit Ende der 1960er Jahre anhaltende Diskussion über die Bedingungen von Malerei war der Bezugsrahmen für die zweiteilige Ausstellung <All from America>, die – wie bereits auch der Titel andeutet – amerikanische Künstler und Künstlerinnen oder solche, die seit langer Zeit in den USA leben, versammelte. Im Mittelpunkt standen international bekannte Vertreter des so genannten <Radical Painting>, die sich in ihren vornehmlich monochromen Werken mit Farbe und ihrer Materialität auseinandersetzen.

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Erstmals waren in Freiburg die 127 farbigen Siebdrucke des Portfolios „Formulation:Articulation“ (1972) von Josef Albers (1888-1976) zu sehen. Albers’ letzte graphische Arbeit kann sowohl als Synthese als auch als Neuinterpretation seiner Systematisierung des schöpferischen Prozesses gesehen werden und diente in diesem Sinne als Hintergrundfolie für die gesamte Ausstellung. Das gesamte künstlerische Werk von Marcia Hafif (*1928), die neben Phil Sims (*1940) als eine der Pioniere der radikalen Malerei bezeichnet werden muss, dient einer grundlegenden Untersuchung der Malerei schlechthin. Hafif war mit einer repräsentativen Auswahl an Papierarbeiten vertreten. Fast schon historischen Wert haben u.a. ihre Bleistiftzeichnungen, die Anfang der 1970er Jahre entstanden sind, denn sie markieren den Anfang der bis heute anhaltenden Auseinandersetzung mit dem materiellen Eigenwert eines Bildes. In diesem Sinne erklärt sich auch bei der jüngeren Serie „Enamel on Paper“ die Bedeutung der Farbe allein aus ihrer Verwendung. Auch die in jenem Jahr entstandenen, großformatigen (203 x 178 cm) Gemälde von Phil Sims beschreiben Farbflächen, die aus allein einem Farbton entwickelt werden. Das Wesentliche seiner Malerei, der bildkonstituierende Farbauftrag, bleibt immer sichtbar, so daß die Farbe selbst zum Motiv wird. In einer eigens für den Kunstraum Alexander Bürkle konzipierten Installation aus vier monochromen grauen Bildern setzt auch der Schweizer Künstler Rudolf de Crignis (*1948) seine konsequente Erforschung der Farbe fort. Die zweidimensionalen Flächen offenbaren sich als Farbkörper mit einer besonderen Leuchtkraft, die das einzelne Bild über seine eigentlichen Grenzen hinaus vibrieren lässt. Eine Wirkung, die auf der besonderen Form des Farbauftrags beruht. Unterschiedlichste Töne werden in vielfachen dünnen Schichten so aufgetragen, daß sie lichtdurchlässig sind. Das monochrome Grau dient de Crignis als eine Art Katalysator, durch den jedes individuell aufgebaute Bild in räumliche Schwingungen versetzt werden kann. Auch bei den Arbeiten von Winston Roeth (*1945) beruht die intensive Wirkung auf dem Malkonzept. Die matte Farbfläche wird ebenfalls aus zahlreichen Schichten aufgebaut, wobei sie aber z.B. durch einen 3-4 cm breiten, die zentrale Farbe überdeckenden gemalten Rahmen begrenzt wird. Die im Vergleich zu de Crignis satt wirkenden Farbflächen scheinen sich bei eingehender Wahrnehmung geradezu aufzulösen. Weiterhin wurden eine repräsentative Auswahl an Gemälden von Michael Rouillard (*1955) präsentiert, die in der Zeit von 1998 – 2005 entstanden sind sowie Papierarbeiten und Skulpturen von James Reineking (*1937) und David Rabinowitch (*1943).

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© für die abgebildeten Werke liegt bei den Künstlerinnen und Künstlern.